Bundesliga Schützen zittern sich ins Finale

Gegen München und Petersaurach verloren. Schwarzwälder beenden Vorrunde auf Rang vier.

SSVg Brigachtal – BUND München 1:4, SSVg Brigachtal – SV Petersaurach 2:3. Puh, das war knapp! Nur dank eines einzelnen besseren Einzelpunktes gegenüber dem Tabellenfünften Coburg lösten die Brigachtaler als Vierter der Gruppe das Finalticket um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft. In Rotenburg an der Fulda treffen die Schwarzwälder im Viertelfinale am 8. Februar auf den Nord-Ersten SSG Kevelaer.

Als Tabellenerster war Brigachtal in die letzten zwei Wettkämpfe in der Bad Dürrheimer Salinensporthalle gestartet. Bei der engen Tabellenkonstellation brauchten die Schwarzwälder gegen die beiden unmittelbaren Verfolger zumindest einen Sieg, um erneut sicher im Finale zu stehen.

Als beide Wettkämpfe verloren waren, begann die große Rechnerei. Und das Zittern. Zwischenzeitlich schien Brigachtal gar auf Rang sechs abgerutscht. Doch als alle Ergebnisse bekannt waren, durfte doch noch über den Finaleinzug gejubelt werden. „Ich hatte befürchtet, dass es noch einmal ganz eng werden kann. München war gegen uns weltklasse. Gegen Petersaurach zweimal im Stechen zu verlieren, ist auch Pech. Jetzt freuen wir uns auf das Finale. Da werden die Karten neu gemischt“, sagt Brigachtals Betreuer und Vorstandsmitglied Hans-Joachim Effinger.

SSVg Brigachtal – BUND München 1:4 Mehr als 500 Zuschauer sahen am Samstag einen Wettkampf auf hohem Niveau zwischen den beiden punktgleichen Tabellenführern. Vor allem München gab sich keine Blöße. Zwischenzeitlich stand es schon 0:5. Allein Peter Sidi, Eva Friedel und Nathalie Bischof waren gegenüber ihren Kontrahenten noch in Reichweite. Doch nur Bischof nutzte die Chance zum umjubelten 396:394-Erfolg gegen Silvia Rachl. Was dieser Punkt wert war, sollte sich am Sonntag im Endklassement zeigen, denn bei einer 0:5-Niederlage wäre Brigachtal raus aus dem Rennen um einen Finalplatz gewesen. Sidi, der Probleme mit der Waffe hatte, unterlag Barbara Engleder (392:395) und auch Friedel (395:396) musste dem Bayern Norbert Ettner den Vortritt lassen. Alexander Effinger (388:397) gegen Regina Time und Markus Sackner (392:396) gegen Martina Walo mussten sich hingegen deutlicher geschlagen geben.

SSVg Brigachtal – SV Petersaurach 2:3 Während Petersaurach am Samstag mit dem Sieg gegen Prittlbach bereits das Finalticket sicher in der Tasche hatte, stand Brigachtal mächtig unter Druck. Vor rund 350 Zuschauern sollte es noch einmal richtig spannend werden. Brigachtal lag zwischenzeitlich 0:5 hinten, führte aber auch einmal 4:1. Ein Top-Duell lieferten sich Peter Sidi und die Norwegerin Malin Westerheim, das mit einem 396:396-Remis endete. Friedel musste sich hingegen Miriam Markart (391:394) geschlagen geben. Alexander Effinger setzte sich (389:388) gegen Matthias Bauer durch. Markus Sackner trennte sich von Julia Ziegler mit einem 390:390-Unentschieden. So stand schließlich Nathalie Bischoff noch allein am Stand. Sie behielt die Nerven und durfte sich nach zuletzt fünf Zehnern und einem 392:390-Sieg gegen Tina Grünwedel feiern lassen.

Brigachtal führte mit 2:1-Punkten, doch zwei Duelle waren noch offen. Zuerst traten Sackner und Ziegler zum Stechen an. Sackner legte eine Neun vor, die Schützin aus Franken sicherte mit einer Zehn den 2:2-Ausgleich der Gäste. Der Stechschuss zwischen Sidi und der Norwegerin musste entscheiden. Die Neun von Sidi konterte die Skandinavierin mit einer Zehn. Petersaurach holte sich den 3:2-Sieg und die Brigachtaler Stimmung war im Keller, bevor rund zehn Minuten nach Wettkampfende die Tabelle doch noch den vierten Platz ausspuckte, der zum erneuten Finaleinzug der Brigachtaler reichte. „Nun sind wir im Finale sicherlich nicht der Favorit. Aber die Rolle nehmen wir gern an“, ergänzte Hans-Joachim Effinger.


Stimmen von Brigachtaler Sportschützen

Stimmen von Brigachtaler Sportschützen nach dem dritten Finaleinzug in die Endrunde um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft.

Armin Rothmund,Trainer Brigachtal „München hat gegen uns das drittbeste Mannschaftsergebnis in der Bundesliga-Geschichte geschossen. Das unterstreicht ihre Stärke. Gegen Petersaurach war es ein ausgeglichenes Duell. Im Stechen hatten wir nicht das Glück auf unserer Seite. Unterm Strich sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen.“


Peter Sidi „Zwei Niederlagen von mir, das hatte ich mir anders vorgestellt. Ob als Erster oder Vierter ins Finale einzuziehen ist nicht so wichtig. Wer eine Medaille will, was unser Ziel ist, muss ohnehin jeden Gegner bezwingen. Da spielt die Platzierung der Vorrunde keine Rolle .“



Eva Friedel „Ich bin froh, dass es mit dem Finale wieder geklappt hat. Druck hast du als Schütze immer. Das war nicht das Problem. Jetzt gehen wir als Vierter ins Finale und haben von dieser Position aus die Chance, das Feld von hinten aufzurollen.“



Nathalie Bischof „Ich freue mich, mit zwei Siegen zum Finaleinzug beigetragen zu haben. Unmittelbar nach dem Wettkampfende war ich enttäuscht, als es von vielen Seiten hieß, wir haben das Finale verpasst. Jetzt sage ich nur noch: Gott sei dank, es hat geklappt. Ich bin gegen Petersaurach schwer in den Wettkampf gekommen und musste eine kleine Auszeit nehmen. Danach lief es deutlich besser.“



Alexander Effinger „Gegen München war ich nach meiner Leistung enttäuscht. Erstaunlicherweise war ich danach gegen Petersaurach nicht mehr so nervös. Ich wusste, dass wir als Tabellenführer nach fünf Wettbewerben noch lange nicht durch sind. Dass es so spannend wurde, musste nicht sein, zeigt aber die Klasse der Liga. Der erneute Finaleinzug ist für uns einmal mehr ein großartiger Erfolg.“


Markus Sackner „Für die Nerven waren beide Wettkämpfe nicht gut. Persönlich bin ich zufrieden, wenn in der Mitte meiner Ringzahl eine Neun steht, was in beiden Wettkämpfe klappte. Im Stechen hatte ich mir mehr ausgerechnet. Da hätte ich uns mit einem Erfolg vieles leichter machen können.“




Südkurier, 20.01.2014


Knapp in die Finalrunde reingerutscht

SSVg Brigachtal trotz Heimniederlagen zum dritten Mal dabei / Erst Enttäuschung – dann Jubel

In der Luftgewehr-Bundesliga Süd haben die Schützen der SSVg Brigachtal zum dritten Mal in Folge und in ihrer Vereinsgeschichte die DM-Endrunde erreicht, die amWochenende 8./9. Februar in Rotenburg/Fulda ausgetragen wird. Viertelfinal- Gegner der Brigachtäler wird dann der Nord-Erste SSG Kevelaer sein.

Bis es aber so weit für die Brigachtäler war, erlebten sie bei ihrem Heimkampf-Wochenende vor 900 Zuschauern in der Bad Dürrheimer Salinensporthalle »Höllenqualen«.
Am Samstag waren sie einer bärenstarken Mannschaft von Bund München mit 1:4 unterlegen gewesen. Eigentlich hätte dann für die Endrunden-Teilnahme ein Sieg gegen den Direkt-Konkurrenten Petersaurach Pflicht für die Gastgeber sein müssen, doch auch hier zogen Peter Sidi und Co. nach einem sportlich-dramatischen Wettkampf (mit zwei Stechen abschließend) mit 2:3 den Kürzeren. Die ersten Hochrechnungen ergaben, dass in der Tabelle Coburg auf Platz vier Brigachtal überholt habe. Die Enttäuschung war bei der SSVg groß. Doch dies war eine »Ente«, denn als die offizielle Tabelle gestern um 12.30 Uhr im Internet erschien, stand fest, dass man doch, um zwei Zähler im Einzelpunkte- Verhältnis besser als der diesjährige DM-Geheimfavorit Coburg, den vierten Platz inne hatte. Immerhin als Tabellenführer waren die Baaremer in dieses letzte Hauptrunden-Wochenende der Saison gegangen.

Starke Münchner Am Samstag kam es für die Brigachtäler in ihrem ersten Kampf des Wochenendes so wie erwartet. Mit Bund München stand ihnen ein Klassegegner gegenüber. Die Bayern legten mit 1978 Ringen ein Top-Ergebnis in der Bundesliga-Geschichte hin. Im Spitzenduell unterlag der von Muskelkater geplagte Peter Sidi, er hatte mit der ungarischen Schützennationalmannschaft gerade einen Konditions-Lehrgang auf Skiern in Österreich absolviert, Barbarea Engleder mit 395:392 Punkten. An Position 2 verlor Eva Friedel (395:396) knapp gegen Norbert Ettner.
Den einzigen Punkt für die SSVg holte Nathalie Bischof (396:394 gegen Silvia Rachl). Überragend waren die Münchner auch auf den beiden hinteren Positionen: Regina Time siegte gegen Alexander Effinger mit 397:388 und Michaela Walo behielt mit starken 396 Punkten die Oberhand über SSVg-Schütze Markus Sackner (392). Gleich zwei Stechen. Der Erfolgsdruck auf die Brigachtäler war nun von Samstag auf Sonntag enorm gewachsen – gegen Petersaurach musste ein Sieg her, um in Richtung Endrunden-Teilnahme auf Nummer sicher zu gehen.
Schnell war Eva Friedel mit ihrer 40er-Serie fertig, verlor aber mit 391:394 gegen Miriam Markart. Alexander Effinger holte mit einem 389:388 den ersten Tagespunkt für die Hausherren. Nathalie Bischoffolgte mit einem glänzenden Endspurt gegen Tina Grünwedel (392:390). Aber Peter Sidi (396:396) gegen die Norwegerin Malin Westerheim und auch Markus Sackner (390:390) gegen Julia Ziegler mussten jeweils ins Stechen. Die Spannung in der Salinensporthalle war nicht mehr zu überbieten. Sackner und Sidi unterlagen aber jeweils mit 9:10 – Petersaurach jubelte über den 3:2-Teamsieg, der sie zur Endrunde bringt.
Dorthin dürfen auch wieder die Brigachtäler, auch wenn sie einige Minuten lang auf die gute Nachricht aus dem Internet warten mussten.Waldkraiburg steigt ab. DieEntscheidungen in den beiden Bundesliga-Gruppen Nord und Süd sind also gefallen.Im Süden steigt die SGWaldkraiburg direkt ab. Großaitingen muss als Vorletzter in die Relegation. Neben Brigachtal und Petersaurach werden auch der Bund München und die HSG München den Süden am Wochenende 8./9. Februar in Rotenburg an der Fulda dann vertreten.

Schwarzwälder Bote, 20.1.2014


PlatzVerein Einzelpunkte  Mannschaftspunkte 
1Der Bund München24 : 1112 : 02
2SV Petersaurach22 : 1312 : 02
3HSG München23 : 1208 : 06
4SSVG Brigachtal20 : 1508 : 06
5SG Coburg19 : 1608 : 06
6SV Germ. Prittlbach14 : 2104 : 10
7Singoldschützen Großaitingen10 : 2504 : 10
8SG Waldkraiburg08 : 2700 : 14

Artikel von Südkurier / Schwarzwälder Bote