Hildebrand hört auf

Saisonbilanz der Brigachtaler Bundesliga-Schützen. Claus Hildebrand beendet Karriere.

Der Traum von einer Medaille ging für die SSVg Brigachtal am vergangenen Wochenende beim Finale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft in Rotenburg nicht in Erfüllung. Dennoch sprechen die Verantwortlichen von einer erfolgreichen Saison. „Für uns ist es bereits ein Erfolg, wenn wir die 1. Bundesliga halten. Das sollte man nie vergessen, denn wir sind im Konzert der großen Vereine eher ein kleiner. Finalteilnahmen sind für uns das Sahnehäubchen. Wir sind mit der Saison zufrieden“, sagt Vorstandsmitglied Hans-Joachim Effinger rückblickend.

Es zeichnet sich ab, dass es mit Eigengewächs Claus Hildebrand einen Abgang bei der Sportschützenvereinigung geben wird. Seit dem Jahr 2000 gehören die Brigachtaler der deutschen Eliteliga im Luftgewehrschießen an. Als damals 17-Jähriger gehörte Hildebrand zur Aufstiegsmannschaft. Claus Hildebrand, zwischenzeitlich auch Mitglied der deutschen Nationalmannschaft und Goldmedaillengewinner bei Welt- und Europameisterschaft, will kommende Saison nicht mehr in der Luftgewehr-Bundesliga an den Stand gehen. „Für Claus ist der zeitliche Aufwand mit den vielen Trainingseinheiten zu groß geworden. Nicht zu vergessen ist der enorme Druck, den die Schützen bei ihren Wettkämpfen haben“, sagt Effinger.

Für eine weitere Saison zugesagt haben dagegen Peter Sidi, Eva Friedel, Markus Sackner, Alexander Effinger und Nathalie Bischof. Einmal mehr hatte Peter Sidi Angebote von anderen Bundesligisten auf dem Tisch. Der Ungar fühlt sich jedoch in Brigachtal pudelwohl und schießt seit der ersten Bundesliga-Saison für die Schwarzwälder. Durch den Abgang von Hildebrand besteht aber dennoch Handlungsbedarf: „Einen Schützen, im besten Fall sogar zwei, möchten wir für die neue Saison verpflichten. Dabei setzen wir uns nicht unter Zeitdruck. Der muss sportlich wie menschlich zu uns passen“, betont Effinger.

Brigachtals Trainer Alain Guignard hat mit potenziellen Kandidaten bereits Gespräche geführt. „Es sieht gut aus, doch die endgültigen Zusagen stehen noch aus“, so der Schweizer, der Schützen mit einem deutschen Pass benötigt, da in der Bundesliga nur ein Ausländer pro Mannschaft an den Stand gehen darf und die Brigachtaler mit Silvia Guignard und Martina Landis (beide Schweiz) bereits Ersatz bei einem möglichen Ausfall von Sidi haben. Im eigenen Nachwuchs bieten sich perspektivisch durchaus Kandidaten für die Bundesliga-Mannschaft an, frühestens jedoch in zwei, drei Jahren, da diesen jungen Schützen noch die nötige Erfahrung fehlt.

Im März wird bei einer Bundesliga-Tagung der kommende Gastgeber einer Finalrunde gesucht. Für die Brigachtaler ist die Ausrichtung einer Finalrunde gegenwärtig (noch) kein Thema, da der Aufwand gewaltig ist, ermitteln doch neben Luftgewehrschützen auch die Pistolenschützen am gleichen Wochenende ihren Meister. „Für uns ist das eine zu große Hausnummer, aber ich möchte es nicht generell ausschließen“, sagt Effinger

Artikel von Südkurier