Endrunde ist wieder das Ziel

SSVg Brigachtal startet mit unverändertem Kader in Bundesliga-Runde

Am Wochenende starten die Luftgewehr-Schützen der SSVg Brigachtal in die neue Bundesliga-Saison. Für Trainer Alain Guignard ist es die vierte Runde bei Peter Sidi und Co. Sein Kader ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben. "Das Erreichen der Endrunde ist wieder unser erstes Ziel", sagt der Eidgenosse, der aber auch schon auf die übernächste Saison blickt, in der sich der Bundesliga-Modus gravierend verändern wird.

Herr Guignard, eigentlich wollten Sie Ihren Kader noch punktuell verstärken. Warum hat es im Sommer nicht geklappt?

Das war schade, wobei ich natürlich unserem jetzigen Kader sehr viel zutraue. Aber wir wollten unser Aufgebot in der Breite stärken und haben deshalb mit einigen guten deutschen Schützen gesprochen. Einige haben sich dann aber für andere Vereine entschieden, sicherlich auch aus finanziellen Gründen.

Wie sehen Sie die kommende Hauptrunde in der Bundesliga-Gruppe Süd?

Wir wollen zum vierten Mal in Folge die Endrunde erreichen. Das Niveau und die Leistungsdichte werden unverändert hoch sein. Ich bin mir nicht sicher, ob die HSG München ihren Vorjahrestitel verteidigen kann. Der Bund München hat sich verstärkt. Teams wie Coburg können auch vorne mitmischen – und die ersten vier Teams des Nordens haben auch ihre Chancen bei der Endrunde.

Wie gut sind Ihre Schützen in Form?

Über Peter Sidi müssen wir nicht sprechen. Er ist ja seit Jahren in der Weltspitze daheim. Eva Rösken zeigt seit Monaten eine Top-Form. Sie gewann bei der vergangenen Weltmeisterschaft zwei Mal Gold und zwei Mal Silber. Von Nathalie Bischof, Alexander Effinger und Markus Sackner erwarte ich wieder einen Leistungsschritt nach vorne. Sie haben zuletzt im Training gute Leistungen gezeigt. Claus Hildebrand hat aufgehört. Dafür steht Christoph Hässler nach seiner Pause für unsere zweite Mannschaft in der Verbandsliga wieder zur Verfügung – und könnte vielleicht auch mal im Bundesliga-Kader aushelfen. Wir gehen davon aus, dass es terminlich für alle genannten Schützen in dieser Saison gut klappt und sie uns bei allen Bundesliga-Wettkampftagen zur Verfügung stehen.

Sie starten am Wochenende in München mit den Duellen gegen Fürth und gegen den deutschen Meister HSG. Wie sind die Chancen für Ihr Team?

Wie werden unsere Siegchancen in beiden Wettkämpfen bekommen. Ich sehe die Spitzenbegegnungen individuell alle ausgeglichen an. Entscheidend wird vor allem sein, wie gut unsere hinteren Positionen ihr Potenzial abrufen können. Ein guter Saisonstart in München wäre natürlich schon viel wert.

Die beiden Bundesliga-Gruppen werden ab der übernächsten Saison auf jeweils zwölf Teams erhöht. Es gibt daher auch keinen Absteiger in dieser Runde. Wie sehen Sie den großen Umbruch in der Bundesliga?

Ich sehe ihn positiv, aber auch mit gemischten Gefühlen. Bei mehr Wettkämpfen ist man bei einem schlechten Tag nicht gleich so viel im Hintertreffen. Die Mehrzahl an Wettkämpfen bietet für uns Trainer die Möglichkeit, auch mal Talente zu testen. Andererseits müssen bei diesem Wettkampf-Terminplan auch die Kader größer gestaltet werden. Das ist dann wieder eine finanzielle Frage. Gut möglich, dass dann die kleineren Vereine an gewisse Grenzen kommen.

Sie sind ja auch noch Nachwuchstrainer beim Schweizer Schützenverband. Werden Sie bei diesem Anstieg an Bundesliga-Kämpfen dann noch die Zeit haben, als Coach für die SSVg Brigachtal zu arbeiten?

Mir macht die Arbeit in Brigachtal sehr viel Freude, aber ich wurde beim schweizerischen Verband inzwischen von einer 20-Prozent- auf eine 50-Prozent-Stelle – neben meinem Hauptberuf – aufgestockt. Ich muss in einem Jahr sehen, wie sich das alles noch verbinden lässt.

Seit vielen Jahren ist die SSVg Brigachtal eine feste Größe in der Luftgewehr-Bundesliga. Was wird wichtig sein, damit dies auch in Zukunft so bleibt?

Es gibt viele positive Aspekte hier in Brigachtal. Der Zusammenhalt ist groß. Aber die Nachwuchsarbeit, dies haben wir auch schon intern angesprochen, muss wieder forciert werden. Um unseren Sport für den Nachwuchs zu interessieren, müssen die Kompetenz der Nachwuchstrainer und die Rahmenbedingungen einfach sehr gut sein. Dies ist sicherlich hier eine Herausforderung für die kommenden Jahre.

Artikel von Schwarzwälder-Bote